Kompatibilität

WebP-Browser-Unterstützung: Stand 2026 und Fallback-Strategie

Welche Browser WebP anzeigen, ab welcher Version, und wie Sie mit dem picture-Element einen sauberen Fallback für alte Geräte und E-Mail-Clients bauen.

Lesezeit 7 Min. Aktualisiert 08.06.2026 4 Quellen Eike-Christian Ramcke Eike-Christian Ramcke
Inhalt

WebP galt lange als Format mit Kompatibilitätsfragezeichen. Dieses Kapitel ist heute weitgehend abgeschlossen. Alle großen Browser zeigen WebP zuverlässig an. Dieser Artikel ordnet den aktuellen Stand ein, nennt die wenigen verbliebenen Problemzonen und zeigt mit einem konkreten Code-Beispiel, wie Sie für Altlasten einen sauberen Fallback bauen.

Der Stand 2026 auf einen Blick

WebP wurde 2010 von Google vorgestellt. Chrome unterstützte das Format als Erstes, die anderen Browser folgten über die Jahre. Mit Safari 14 im Jahr 2020 schloss sich der letzte große Anbieter an. Seitdem gibt es im aktiven Browsermarkt keine relevante Lücke mehr.

2010

WebP von Google vorgestellt

über 95 %

Browser-Abdeckung weltweit

Quelle: Can I use

4

große Engines mit Support

Die Browser-Abdeckung liegt laut Can I use deutlich über 95 Prozent der weltweit genutzten Browser. In Märkten mit überwiegend modernen Geräten, wie im deutschsprachigen Raum, liegt der Wert noch höher. Praktisch bedeutet das: Wer heute ein WebP auf einer Webseite einbindet, erreicht die ganz überwiegende Mehrheit ohne jede Vorkehrung.

Tabelle: Browser und ab welcher Version

Die folgende Übersicht zeigt, ab welcher Version die jeweilige Engine WebP grundsätzlich darstellt. Die Jahresangaben beziehen sich auf das ungefähre Veröffentlichungsjahr der genannten Version.

BrowserWebP ab VersionUngefähres JahrAnmerkung
Google Chrome23 (früh native)2013Erste Engine mit Unterstützung
Microsoft Edge182018Chromium-Edge danach durchgehend
Mozilla Firefox652019Davor kein WebP
Apple Safari142020macOS Big Sur und iOS 14
Opera12.12012Auf Blink-Basis durchgehend
Android (System)4.2 und neuer2013Im Web-View des Systems

Wo es heute noch hakt

Trotz der breiten Abdeckung im Browser gibt es Restbereiche, in denen WebP nicht garantiert funktioniert. Diese Bereiche liegen fast alle außerhalb des modernen Webbrowsers.

Sehr alte Geräte und Browser. Ein zehn Jahre altes Smartphone mit nicht aktualisierter System-Engine oder ein eingefrorener Unternehmens-Browser kann WebP verweigern. Solche Fälle sind selten, aber in bestimmten Zielgruppen nicht null.

E-Mail-Clients. Newsletter und E-Mails sind das größte Sorgenkind. Viele Mailprogramme nutzen eigene, konservative Rendering-Engines. WebP wird dort häufig nicht oder nur lückenhaft dargestellt. Für Bilder in E-Mails bleiben PNG und JPG die sichere Wahl.

Ältere Desktop-Programme. Manche Bildbetrachter, Office-Versionen oder Layout-Werkzeuge öffnen WebP nicht. Wer eine Datei an Kollegen weitergibt, die mit älterer Software arbeiten, sollte das im Hinterkopf behalten.

Der Fallback mit dem picture-Element

Wenn Sie eine sehr breite oder konservative Zielgruppe bedienen, liefert das HTML-picture-Element einen sauberen Fallback ganz ohne JavaScript. Der Browser prüft die angebotenen Quellen von oben nach unten und nimmt die erste, die er versteht. Versteht er WebP nicht, überspringt er die WebP-Quelle und lädt das klassische Format aus dem img-Tag.

<picture>
  <source srcset="bild.webp" type="image/webp" />
  <img src="bild.jpg" alt="Beschreibung des Bildes" width="800" height="600" />
</picture>

Das Prinzip ist robust. Moderne Browser laden ausschließlich das WebP, alte Browser ignorieren die unbekannte Quelle und greifen automatisch auf das JPG zurück. Wichtig ist der img-Tag als letzte Ebene, denn nur er erzeugt das tatsächlich sichtbare Bild und trägt das alt-Attribut für Barrierefreiheit und Suchmaschinen.

Für Bilder mit Transparenz nehmen Sie als Fallback ein PNG statt eines JPG, da JPG keine Transparenz darstellen kann. Mehr dazu im Artikel zu Transparenz und Alphakanal.

<picture>
  <source srcset="logo.webp" type="image/webp" />
  <img src="logo.png" alt="Firmenlogo" width="240" height="80" />
</picture>

Eine vollständige Anleitung zum Einbinden samt Pfaden und Attributen finden Sie unter WebP für HTML vorbereiten.

Wann Fallback, wann nicht

Die Entscheidung hängt von Zielgruppe und Kontext ab. Eine grobe Orientierung:

Wie dringend ist ein Fallback je Einsatzort (Einschätzung) Moderne Webseite 2 / 10 Breite Publikums-Seite 4 / 10 Alte Zielgruppe / Behörde 7 / 10 E-Mail / Newsletter 10 / 10
Subjektive Einordnung. Je höher der Wert, desto eher lohnt ein Fallback oder ein klassisches Format.

Für eine normale, moderne Webseite ist ein Fallback heute meist überflüssig. Der Aufwand lohnt sich kaum noch, wenn die Statistik Ihrer Besucher ohnehin fast nur aktuelle Browser zeigt. Sobald Sie aber ältere oder sehr gemischte Zielgruppen bedienen, etwa im öffentlichen Sektor, ist das picture-Element eine günstige Absicherung. Bei E-Mails verzichten Sie am besten ganz auf WebP.

Im Browser ist WebP angekommen. Der verbliebene Handlungsbedarf liegt fast vollständig außerhalb des Browsers, in E-Mail und alter Software.

Rückwandlung, wenn ein Programm streikt

Manchmal braucht jemand das Bild schlicht wieder in einem klassischen Format, weil ein Programm WebP nicht öffnet oder ein Newsletter es nicht anzeigt. Das ist kein Problem, denn der Konverter arbeitet in beide Richtungen.

Für Bilder mit Transparenz wandeln Sie zurück nach PNG über die Anleitung WebP in PNG. Der Alphakanal bleibt dabei erhalten. Für deckende Fotos ohne Transparenz genügt JPG bei kleinerer Dateigröße, beschrieben unter WebP in JPG.

Auch die Rückwandlung läuft vollständig lokal im Browser über die Canvas-API, ohne dass Ihre Dateien hochgeladen werden, und ohne Anmeldung. Die Stapelverarbeitung nimmt bis zu 50 Bilder auf einmal, was sich bei größeren Sammlungen auszahlt.

Einordnung für die Praxis

Die Kompatibilitätsfrage, die WebP jahrelang begleitet hat, ist im Browser entschieden. Mit über 95 Prozent Abdeckung und Support in allen großen Engines spricht im modernen Web nichts mehr gegen den Einsatz. Wer ganz sichergehen will oder konservative Zielgruppen bedient, fügt mit dem picture-Element in wenigen Zeilen einen verlässlichen Fallback hinzu. Die einzigen Stellen, an denen klassische Formate weiter Pflicht bleiben, sind E-Mail-Clients und ältere Desktop-Software. Für genau diese Fälle steht die Rückwandlung nach PNG oder JPG bereit. Wie sich WebP qualitativ und in der Dateigröße gegen die alten Formate behauptet, vertieft der Vergleich WebP gegen PNG und JPG.

Häufige Fragen

Wird WebP heute von allen Browsern unterstützt?

Praktisch ja. Chrome, Firefox, Safari und Edge zeigen WebP in allen aktuellen Versionen. Safari kam mit Version 14 im Jahr 2020 als letzter großer Browser dazu. Der globale Anteil unterstützender Browser liegt nach Can I use deutlich über 95 Prozent.

Brauche ich überhaupt noch einen Fallback?

Für reine Webseiten in der Regel nicht mehr, wenn Ihre Zielgruppe moderne Browser nutzt. Ein Fallback lohnt sich noch bei sehr alten Geräten, bei strengen Kompatibilitätsanforderungen und vor allem außerhalb des Browsers, etwa in E-Mails oder älteren Desktop-Programmen.

Wie funktioniert das picture-Element als Fallback?

Das picture-Element listet mehrere Bildquellen. Der Browser nimmt die erste, die er versteht. Sie geben WebP als bevorzugte Quelle an und PNG oder JPG im img-Tag als Rückfallebene. Alte Browser ignorieren die WebP-Quelle und laden automatisch das klassische Format.

Warum zeigt mein E-Mail-Programm das WebP nicht an?

Viele E-Mail-Clients unterstützen WebP nicht oder nur eingeschränkt, da sie eigene, oft konservative Rendering-Engines nutzen. Für E-Mail-Anhänge und eingebettete Bilder sind PNG und JPG die sichere Wahl. Wandeln Sie das WebP dafür einfach zurück.

Was tue ich, wenn ein Programm WebP nicht öffnet?

Wandeln Sie die Datei zurück nach PNG oder JPG. Der Konverter beherrscht beide Richtungen. Für Bilder mit Transparenz nehmen Sie PNG, für Fotos ohne Transparenz reicht JPG bei kleinerer Dateigröße.

Quellen

Eike-Christian Ramcke

Über die Autorenschaft

Eike-Christian Ramcke

Geschäftsführer AKARA Solutions GmbH

Themengebiet: Redaktionelle Aufsicht, Bildqualität und Kompression

Mehr über Eike-Christian Ramcke →

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